III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin - 05.08.-19.08.1951

DDR:

  • Die junge Welt war damals noch die Zeitung der Freien Deutschen Jugend und erschien Dienstags und Freitags zum Preis von 20 Pf für 10 Seiten. Aus Anlaß der Weltfestspiele erschien sie vom 01. bis 20 August täglich. In dieser Zeit hatte aber die Redaktion nicht mehr Gen. und so merkt man beim lesen schon, daß und wie der Kampf darum geführt wird, eine Tageszeitung zu werden.

  • Zu Ehren der III. WFS wurde das Segelschulschiff der späteren "Gesellschaft für Sport und Technik", am 3.August 1951, in Dienst gestellt. Es wurde auf den Namen "Wilhelm Pieck" getauft.
  • Der Pionierpark "Ernst Thälmann" wird eröffnet (eingeweiht am 25. Mai 1950).
  • Der Herrnburger Bericht von B. Brecht und P. Dessau wurde ins Nationalprogramm der Freien Deutschen Jugend aufgenommen und im Deutschen Theater aufgeführt.

BRD:

  • Die jW Ausgabe Nr. 60 berichtet von einer 10 km tiefen "Sperrzone" entlang der Demarkationslinie, welche errichtet wurde um Jugendliche daran zu hindern in die DDR zu gelangen. Dafür wurden eigens besonders geschulte Polizeitruppen aufgestellt. Außerdem wird für Westdeutsche Jugendliche in vielen Betrieben eine Urlaubssperre verhängt. Das Personal der Bahn wurde durch die Regierung angewiesen sofort an die Polizei Meldung zu erstatten wenn Jugendliche in Richtung "Zonengrenze" reisen.

  • 450 Hamburger Jugendliche werden von der Bonner Polizei grausam verprügelt und mißhandelt, als sie versuchten in die DDR zu gelangen um an den WFS teilzunehmen.
  • Falken und Jusos fordern: "Weg mit der Adenauer Clique!" Bei dem Versuch, nach Berlin zu gelangen, wurde der Leiter der Falkengruppe "Geschwister Scholl", Werner Tiegel, durch die Bonner Polizei in die Elbe getrieben. Dabei ertrank er.
  • trotz alle dem: mehr als 35.000 junge Menschen aus der BRD und aus Westberlin nahmen am Festival teil.

International:

  • zur gleichen Zeit da in Berlin die III. Weltfestspiele stattfanden, standen die Patrioten Koreas im Kampf gegen den amerikanischen Aggressor und das heldenhafte Volk Vietnams kämpfte gegen die französische Kolonialherrschaft. Die Delegierten beider Völker erhielten Beweise tiefster Solidarität und Unterstützung für Ihren Kampf.

  • Der griechische Jugendliche Christoforidis wurde von der Monarcho-Faschisten-Regierung enthauptet, weil er Teilnehmer an der Vorbereitung der Weltfestspiele war.
  • Raymonde Dien (franz. Friedenskämpferin) wurde bei dem Versuch an den WFS teilzunehmen in Brüssel aus einem Tschechoslowakischen Verkehrsflugzeug geschleift und nach Paris zurück deportiert. In Paris "angekommen" sagte sie: "Mein Vaterland ist Frankreich. Ich will zurück in meine Heimat. Über Berlin!" Überall in der Welt wurde gefordert "Dien muß nach Berlin!"

Festival:

  • Prof. Joliot-Curie, Franz. Atomphysiker und Vorsitzender des Weltfriedensrates, war Ehrenpräsident der III. WFS.

  • Am Festival nahmen unter anderem der chilenische Dichter Pablo Neruda (Mitglied des Weltfriedensrates), die sowjetische Primaballerina Maja Plissetzaja, Martin-Anderson Nexö aus Dänemark, der türkische Schriftsteller Nazim Hikemet und der brasilianische Schriftsteller Jorge Amado teil.
  • Am 8. August wurde Raymonde Dien von den Delegierten der III. WFS in Berlin herzlich begrüßt!
  • achtstündige Demonstration von 1,5 Millionen deutschen Jugendlichen, darunter 36.000 aus Westdeutschland: "Gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands, für den Abschluß eines Friedensvertrages"
  • Großveranstaltung zu Ehren Karl Liebknechts
  • über 200 Treffen von Delegierten, 32 Konzerte, 51 internationale kulturelle Wettbewerbe.
  • Der Oberbürgermeister von Berlin (West) Reuter lädt die Jugend der Welt nach Westberlin ein. Die FDJ macht daraufhin eine Friedensdemonstration durch WB. Es werden schwere Übergriffe auf die Jugendlichen gemeldet, vor allem auf junge Mädchen. Die Polizisten haben Anweisung Ihnen mit Ihren Schlagstöcken auf die Brüste zu hauen, "das ist nicht tödlich, aber es kann immerhin eine langes hinsiechen zur Folge haben." Die Bilanz verzeichnet 413 zum Teil schwerverletzte FDJ'ler. Daraufhin bricht eine bislang nicht gekannte Internationale Protestbewegung über WB herein. Unter den zusammengeschlagenen befinden sich auch Mitglieder der in der BRD verbotenen FDJ.

Zeittafel:

01.03.1952

Das Zentralorgan der FDJ "Junge Welt" erscheint als Tageszeitung

16.04.1952

Das Segelschulschiff "Wilhelm Pieck" lichtet erstmalig seine Anker zu einer dreiwöchigen Reise in die mittlere Ostsee

11.05.1952

Über 40 000 Jugendliche führen in Essen eine Friedensdemonstration gegen den Generalkriegsvertrag durch. Auf Befehl Adenauers schoß die westdeutsche Soldateska auf die friedlich demonstrierende Jugend und tötete dabei den jungen FDJ'ler Philipp Müller. Eine Reihe Jugendlicher wurde zum Teil schwer verletzt.

29.06.1952

Philipp-Müller-Gedenktreffen der Jugend Bayerns in Regensburg gegen den Generalkriegsvertrag, für ein Friedensvertrag mit Deutschland

16.07.1952

Die Pionierrepublik "Wilhelm Pieck" am Werbellinsee wird im Beisein von Wilhelm Pieck feierlich eröffnet.

13.09.1952

Der Zentralrat der FDJ ruft in einem Appell die gesamte deutsche Jugend auf, in gewaltigen Protestaktionen die Einstellung des Düsseldorfer Terrorprozesses und die Freilassung der jungen Patrioten zu erzwingen. Am 20. Oktober müssen zehn der elf jungen Patrioten nach Verkündung des Terrorurteils freigelassen werden.

12.03.1953

Unter Bruch der Immunitätsrechtes eines Abgeordneten wurde der ehemalige Vorsitzende der FDJ in Westdeutschland und Mitglied des Parteivorstandes der KPD in Duisburg, Jupp Angenfort, von Beamten des "Verfassungsschutzes" verhaftet.

15.03.1953

Der Zentralrat der FDJ wendet sich mit einem Aufruf an die deutsche Jugend, gegen den faschistischen Terror Adenauers zu protestieren und die sofortige Freilassung Jupp Angenfort zu fordern.

23.03.1953

Das vorbereitende Komitee der DDR für die IV. Weltfestspiele der Jugend und Studenten für Frieden und Freundschaft in Bukarest konstituiert sich in Berlin. Präsident wird Dr. h. c. Johannes R. Becher. Es wird bekanntgegeben, daß 900 Mädchen und Jungen unserer Republik zum Festival fahren werden.

27.03.1953

Die Freie Deutsche Jugend, das Nationalkomitee der Union der Republikanischen Jugend Frankreichs, das Zentralkomitee der FDJ Westdeutschlands und das Nationalkomitee der Jungen Mädchen Frankreichs rufen in einem Appell die Jugend Frankreichs und Deutschlands auf, gemeinsam gegen die Kriegsverträge von Bonn und Paris zu kämpfen.

31.03.1953

Eine Delegation der Union Junger Mädchen Frankreichs trifft zum Studium der Lage der Jugend der DDR in Berlin ein.

29.05.1953

Eine Hamburger Jugenddelegation mit 42 Mitgliedern verschiedener Jugendorganisationen landet auf Helgoland; sie protestieren damit gegen die Bombardierung der Insel durch britische Bomber und gelobt, alle ihre Kräfte einzusetzen, damit deutsches Land nie wieder zerstört wird.

14.06.1953

Die erste Delegation der FDJ reist in die Volksrepublik China, um am II. Parlament der Neuen Demokratischen Jugendliga Chinas teilzunehmen.

17.06.1953

konterrevolutionärer Putschversuch in der DDR