IV. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Bukarest - 02.08.-16.08.1953

DDR/BRD

  • Die DDR hatte den 17. Juni 1953 hinter sich und begann sich mit harten Agitationskampagnen zu erholen...

  • Die "junge Welt" Organ des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend kämpfte nun täglich zum Preis von 15 Pf.
  • In der DDR werden 1.159.157,71 DM Spenden gesammelt. Bester Bezirk ist Karl-Marx-Stadt mit 107.505,- DM. Bester Einzelsammler ist Jugendfreund Peter Schaudt aus dem VEB Schering(!) Berlin Adlershof. Er sammelte 2700,- DM.
  • Präsident des Nationalen Vorbereitungskommites der DDR ist Dr. h.c. Johannes R. Becher
  • Mit in der DDR Delegation Täve Schur
  • Die Jugendbrigade "Otto Grotewohl" verpflichtet sich, anläßlich der IV. Weltfestspiele in freiwilliger Arbeit einen "Weltjugendzug" zu bauen.
  • Um die Teilnahme einer westdeutschen Delegation zu sichern, ermöglichte die DDR die Reise mit den Sonderzügen der DDR Delegation.
  • Auf Vorschlag des westdeutschen Vorbereitungskomitees wird am 28. Juli 1953, kurz vor Abfahrt der Delegationen ein gesamtdeutsches Präsidium gebildet, welches die gesamtdeutsche Delegation in Bukarest vertritt. Präsident wird das Mitglied des westdeutschen Vorbereitungskommitees, Professor Carlo Mense.
  • Manfred von Brauchitsch, bekannter westdeutscher Friedenskämpfer, Mitglied des Komitees für gesamtdeutschen Sport und des internationalen und westdeutschen Komitees zur Vorbereitung der IV. Weltfestspiele wird in Bayern am 08.05.1953 verhaftet

International

  • Am Vorabend der Eröffnung der IV. Weltfestspiele, am 27. Juli 1953 um 02.00 Uhr MEZ wurde in Panmundson von den Chefdelegierten der Koreanisch - Chinesischen Seite General Nam Ir und dem Chefdiplomaten des UN Kommandos General Harrison das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Es regelte die vollständige Feuerpause zu Lande, zu Wasser und in der Luft und trat am 28. Juli um 14.00 Uhr in Kraft.

  • Nach Bukarest kamen Kämpfer der Koreanischen Volksarmee und junge Amerikaner die an der Bahre des unschuldig ermordeten Ehepaares Rosenberg standen.
  • Henri Martin französischer Friedenskämpfer, der wegen seines eintretens gegen den französischen Krieg in Vietnam eingekerkert wurde muß am 3. August auf Grund einer massiven internationalen Solidaritätskampagne während der Vorbereitung der Spiele freigelassen werden.
  • Die französischen Jugendlichen sammelten über 2 Millionen France zur Unterstützung von Delegierten aus kolonialen und abhängigen Ländern.
  • Die Volksrepublik China nimmt an den Weltfestspielen teil.

Festival:

  • Die 900 Teilnehmer aus der DDR, unter Leitung von Rolf Schnabel, vereinigen sich mit den 500 Teilnehmern der BRD in Bukarest zu einer gesamtdeutschen Delegation.

  • Eröffnung im Stadion "23. August". Der Einmarsch: 5 Festivalfahnen (weiß mit Emblem) gefolgt vom Festivalemblem der IV. Weltfestspiele; Fahnenblock mit den Flaggen aller am Festival beteiligten Nationen, angeführt in der ersten Reihe von den Fahnen der Anti-Hitler Koalition (SU, USA, FRA und GB); Danach die Delegationen in alphabetischer Reihenfolge, letzte Delegation ist die des Gastgeberlandes; Die gesamtdeutsche Delegation ist durch eine schwarz-rot-goldene Flagge vertreten (ohne jegliches Emblem)
  • Ehrengast der Weltfestspiele ist der Britische Kronanwalt Mister Pritt.
  • Henri Martin trifft am 16. August in Bukarest ein. ca. 20.000 Jugendliche bereiten Ihm einen herzlichen Empfang.
  • großer Karneval der Jugend
  • 17 Veranstaltungen dienten dem Erfahrungsaustausch von Jugendlichen mit gleichen Berufen, 6 Studententreffen, eine Begegnung der religösen Jugend, sowie ein Treffen der Jugend der Großmächte
  • Vertreter aus 35 Ländern kamen zu Freundschaftstreffen mit der FDJ. Dazu zählten Treffen mit dem Komsomol, mit der rumänischen, koreanischen, vietnamesischen, tschechoslowakischen, japanischen, französischen und brasilianischen Jugend.
  • Es nahmen international bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Eugenie Cotton, Vorsitzende deer Internationalen Demokratischen Frauenförderation, der Dekan von Canterbury Hewlett Johnson und der bekannte französische Chansonier Yves Montand am Festival teil.
  • Auf dem Abschlußappell des Festivals forderte die Jugend der Welt: "Wir sehnen uns nach dem Glück. Wir wünschen den Sieg des Friedens und der Freundschaft, die uns den Weg in eine helle Zukunft öffnen werden. Wir rufen die Jugendlichen der ganzen Welt auf, Ihre jugendlichen Kräfte zu vereinigen, damit:
  • Verhandlungen überall über die Anwendung von Gewalt siegen, wie es der Abschluß eines Waffenstillstandes in Korea zeigt; jedes Volk Herr im eigenen Land sei und sich vertrauensvolle Beziehungen entwickeln, die auf der Gleichheit der Rechte beruhen; sich die Hoffnung der jungen Generation nach einer besseren Zukunft verwirklicht."

Zeittafel:

15.08.1953

Die Sowjetunion schlägt in einer Note zur Deutschlandfrage an die drei Westmächte die Einberufung einer Friedenskonferenz zur Lösung der Deutschlandfrage und des Abschlusses eines Friedensvertrages mit Deutschland vor.

17.03.1954

Bekannte Persönlichkeiten der DDR, u.a. Dr.h.c. Johannes R. Becher, André Asriel, Stephan Hermlin, Wolfgang Langhoff, Gustav Adolf Schur und Bruno Keßler, rufen zur Durchführung eines deutschen Jugendkongresses für Frieden, Einheit und Freiheit in Berlin auf

18.-19.05.1954

Die Europäische Jugendkonferenz in Berlin gegen die Verträge von Bonn und Paris, für Frieden und Freundschaft unter der Jugend Europas, beschließt einen Appell gegen EVG und Remilitarisierung und Resolutionen über die ökonomische, soziale, kulturelle und sportliche Zusammenarbeit.

06.-07.06.1954

II. Deutschlandtreffen der deutschen Jugend für Frieden, Einheit und Freiheit in Berlin

16.07.1954

Das Bundesverwaltungsgericht in Karlruhe weist die Widerklage der FDJ ab und gibt dem schon 1951 ausgesprochenen verfassungswidrigen Verbot der FDJ durch die Adenauer-Regierung statt. Die gesamte deutsche Jugend protestiert gegen das Schandurteil.

21.07.1954

Eine gemeinsame Pressekonferenz des Zentralrats der FDJ und des Deutschen Jugendringes enthüllt das Terrorurteil im Karlsruher Prozeß gegen die FDJ, als Mittel der Adenauerregierung, den Widerstand der westdeutschen Jugend gegen die Remilitarisierung zu brechen.

10.11.1954

Veröffentlichung einer Deklaration des Weltbundes der Demokratischen Jugend gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands.

25.01.1955

Das Präsidium des obersten Sowjets der UdSSR gibt in einem Erlaß die Beendigung des Kriegszustandes zwischen der Sowjetunion und Deutschland bekannt.

04.02.1955

Der Zentralrat der FDJ schlägt dem deutschen Bundesjugendring in einem Schreiben gemeinsame Verhandlungen noch vor der zweiten Lesung der Pariser Verträge vor. Der Bundesjugendring äußert seine Zustimmung.

08.02.1955

Konstituierung des Festivalskomitees der DDR zur Vorbereitung der V. Weltfestspiele. Präsident wird der Minister für Kultur Dr.h.c. Johannes R. Becher.

25.-28.02.1955

Die Tagung des Exekutivkommitees des WBDJ in Berlin berät über den Kampf der Jugend gegen die Gefahr eines Atomkrieges, über die Vorbereitung der V. Weltfestspiele und über die Ergebnisse der Arbeit des WBDJ und die Perspektiven seiner weiteren Tätigkeit.

06.06.1955

Der Zentralrat der FDJ protestiert in einer Erklärung gegen die Verhaftung Jupp Angenforts und Wolfgang Seifferts durch den Karlsruher Gerichtshof am 04. Juni 1955

18.-23.07.1955

Genfer Konferenz